Ein Google Adsense Besucher darf nicht wiederkommen


Es ist paradox. Eine Webseite muss alles dafür tun, damit der Besucher nach einem Adsense Klick nicht wiederkommt, will man den Klick vergütet bekommen. Denn Klick ist nicht gleich Klick.

Google Adsense Algorithmus zum Schutz von Missbrauch

Google hat in seinem Algorithmus eine Funktion eingebaut, welche das Verhalten des Klickenden prüft. Der klickende Leser muss durch sein Verhalten zeigen, dass er/sie auf die Werbung des umworbenen Unternehmen reagiert bzw. im Internet weitersucht.

Frau lehnt an einer 0,-Bild: F.Schmidt (Shutterstock)

Dieser Algorithmus dient vor allem zum Schutz vor Missbrauch, wie beispielsweise Klickbombing: Leute, die auf einer Webseite hunderte Anzeigen anklicken, mit dem Ziel, die betroffene Webseite bei Google zu diskreditieren. Das ist kein Witz! Dies ist Tagesordnung im mörderischen Verdrängungskampf im Internet.

Natürlich muss Google alles tun, um seine Werbekunden zu schützen. Niemand will für Klicks bezahlen, welche durch Missbrauch erzeugt werden. Niemand mag Rechnungen präsentiert bekommen, welche Leistungen berechnen, die keine waren.

Wie Google das konkret macht, ist ein gut gehütetes Geheimnis im Hause Google.

Eine Beobachtung ist, dass Google die Zeit erfasst zwischen einem Klick auf eine Anzeige und der Wiederkehr des Klickenden zur Ursprungsseite.

Klicks werden nicht vergütet, wenn der Klickende innerhalb einer bestimmten Zeit zur Webseite zurückkehrt. Das heißt… jemand liest einen Artikel, sieht eine interessante Anzeige, klickt darauf, bleibt jedoch nicht auf dieser Webseite oder surft irgendwoanders im Internet weiter, sondern kommt zurück zum Ursprungsartikel oder Blog, um dort weiterzulesen.

Anzeigen, welche vergütet werden, scheinen ausschließlich diejenigen zu sein, bei welchen der Klickende NICHT so bald wiederkommt.

Click-Through-Rate (CTR)

CTR drückt aus, wieviele Anzeigen im Verhältnis zu 1.000 Seitenaufrufen geklickt (und vergütet) werden.

So zeigt Soccerwidow.com 2 bis 3 Anzeigen pro Artikel und bei Besucherzahlen zwischen 800 und 1.200 täglich, werden somit um die 5.000 Google Adsense Anzeigen täglich eingeblendet.

Dies ist nun endlich eine Größe mit ein paar Werten zum Auswerten. Änderungen in der Position der Anzeigen, Farbgebung, etc. lassen sich nun beobachten, und man muss nicht mehr Wochen warten, bis eine aussagekräftige Besucheranzahl erreicht wurde.

In diversen SEO Foren wird eine erreichbare Click-Through-Rate (CTR) von 5 bis 10% diskutiert, d.h. dass es Webseiten gibt, welche bei 1.000 Besuchern 50 bis 100 bezahlte Klicks erreichen.

Soccerwidow.com hatte gestern mehr als 1.000 Besucher, und bei einer 5-10% CTR, hätte man also 50 bis 100 Klicks erwarten können.

In Realität zählte Soccerwidow.com 30 Klicks und von denen wurden dann schließlich nur 6 vergütet (was einer CTR von 0,6% entspricht). Es gab etliche Leser, die auf mehr als nur eine Anzeige klickten (verschiedene Artikel, Zeitabstand zwischen den Klicks, kein Klickbombing!) und/oder nach dem Klick zu Soccerwidow zurückkehrten.

Mal davon abgesehen, dass vielleicht auch einige der Klicks aus Ländern kamen, in welchen die Klicks für Google Adsense und deren Kunden keinen Wert haben, wurden insgesamt 24 der 30 Klicks von Google nicht gezählt und damit auch nicht bezahlt. Dies ist schon eine beachtliche Anzahl.

Klickfarmen sind die Gewinner

Dieser Google Schutzalgorithmus vor Missbrauch, läuft somit auf eine “Bestrafung” von Content Webseiten aus und belohnt Webseiten ohne Inhalt.

Denn es macht den Eindruck, dass Seiten profitieren, deren einziges Ziel ist, über SEO Optimierung Leser zu ködern, welche dann im optimisierten Inhalt einen Verkaufsartikel präsentiert bekommen, dann auf die Anzeigen dort klicken, den Ursprung ihres Klicks vergessen und diese Webseite wahrscheinlich nie wieder im Leben besuchen.

Eigentlich distanziert sich Google ausdrücklich von Klickfarmen, jedoch durch diesen Algorithmus scheint gerade dieser Fall einzutreten. Seiten mit inhaltsreichem Content haben das Nachsehen.

Die Paradoxie der Situation

Es ist wohl unbestritten, dass Werbeeinahmen eine der Haupteinnahmequellen von Webseiten sind. Es ist wohl auch unbestritten, dass es genug unnütze Information im Internet zu finden gibt und Leser auf der Suche nach unique und inhaltsreichem Content sind.

Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass das eine das andere auszuschließen scheint. Entweder man hat Content und dann kaum Werbeeinnahmen, oder umgekehrt.

Google untersagt, Anzeigen zu bewerben. Man darf beispielsweise keinen Pfeil haben, welcher auf die Anzeige zeigt und sagt “Bitte Anzeige beachten”, oder so. Man darf auch nicht über oder unter der Anzeige einen Text haben, wie “Ihr Klick hilft der Finanzierung dieser Webseite”.

Darf man denn einen Text haben, wie “Sollten Sie diese Anzeige klicken, dann bitte auf keinen Fall innerhalb der nächsten Stunde wiederkommen” ??

Haben auch andere Webseitenbetreiber diese Erfahrung mit Google Adsense gemacht? Ein Kommentar dazu würde mich sehr freuen.


Last Update: 18 Juni 2012

Kategorien:Monetarisierung



2 Responses to “Ein Google Adsense Besucher darf nicht wiederkommen”

  1. 17 März 2013 at 12:06 am #

    Danke! Guter Artikel und genau meine Erfahrung!
    Wirklich absurd, dass ein Besucher, der sich zwischenzeitlich von einer Google-Anzeige angezogen fühlt, nicht direkt wiederkommen darf, um in einem Blog mit interessanten Inhalten weiterzulesen. Guter Content wird dann ja tatsächlich „bestraft“.
    Was kann man da denn tun?
    Man hat ja keinen Einfluss auf das Surfverhalten seiner Besucher und nur weil der „schnell“ zur ursprünglichen Seite zurückkehrt, bedeutet ja nicht, dass ihn die Anzeige nicht ernsthaft interessiert hatte. Vielleicht hat ihn auch die Aufmachung der Seite nicht angesprochen und er ist gleich wieder weg…………..
    Weiß man inzwischen mehr, „wann ein Besucher zurückkommen darf“, damit ein Klick gezählt wird???
    Bill.

    • 17 März 2013 at 5:18 pm #

      Ich habe bei Artikeln mit „gutem Content“ Adsense komplett rausgenommen. Auch habe ich Adsense bei allen Artikeln mit weniger als 1% CTR rausgenommen. Seitdem haben sich meine Adsenseeinnahmen vervielfacht, auch wenn erheblich weniger Google Anzeigen jetzt gezeigt werden.

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