Was ist Value? Was versteht man unter Value Betting?


Intelligente lächelnde Geschäftsfrau mit TaschenrechnerBild: Kristo-Gothard Hunor (Shutterstock)

Value Betting ist Schlagwort aus dem englischsprachigen Sportwettensprachraum, jedoch ein Terminus, welcher nirgendwo klar definiert ist und für welchen es im Deutschen dann auch noch verschiedene Übersetzungen gibt: Wert, Nutzen, Werthaltigkeit, Betrag, Preis.

Insbesondere die beiden letzten Bedeutungen (Betrag und Preis) sind wohl der Grund, warum der Sinngehalt des Ausdrucks ‚Value‘ unklar ist und oftmals zur Verwirrung führt.

Was bedeutet Value in Bezug auf Sportwetten?

Um den Term ‚Value‘ wirklich zu verstehen, muss man ganz schön um die Ecke denken und daher muss ich nun etwas ausholen, um Verständnis zu erreichen…

Tipp: Ein paar Tassen Kaffee zurechtstellen, sonst kann es schwierig werden, durchzuhalten und den Artikel zu Ende zu lesen. Auch Kopfschmerztabletten sollten in Reichweite sein… 😉

(1) Wettquoten (Betting Odds)

Wer sich für Sportwetten interessiert, weiß, dass es in dieser Welt einen Markt gibt, in welchem Buchmacher für Ergebnisse eines Spiels Wetten anbieten. So kann man wetten, ob es beispielsweise ein Heimsieg, ein Unentschieden, oder Gastsieg wird; ob es im Spiel mehr als 2,5 Tore geben wird oder nicht, ob eines der Teams Tore schießt, oder das Spiel mit einem 0-0 endet, usw.usf. Die Zahl der angebotenen Wetten scheint endlos.

Was jedoch vielen Sportfreunden nicht wirklich klar ist, ist dass jede einzelne angegebene Wettquote nichts weiter ist, als der Preis für eine bestimmte Wette.

Preis! Allerdings nur bedingt in Geldeinheiten, sondern in Form einer Wettquote. Eine Wettquote ist ein Preis, wie wenn man in einen Laden geht und einen Liter Milch kauft.

Der Preis von Milch hat überhaupt nichts, gar nichts (!), mit dem tatsächlichen Wert der Milch zu tun. Man legt einen Betrag zwischen 0,65 € bis 1,20 € auf den Ladentisch, je nach Gegend, wo man wohnt und welchen Shop man besucht, und wandert dann mit seiner Milch nach Hause. Geld weg, und im Austausch dafür hat man einen Liter Milch.

Beim Wetten ist die Situation „leicht“ verändert… Man kauft eine Wette, beispielsweise zum Preis von 1,27 (Britische Wettquote: 27/100; US Moneyline: -370) und weiß, dass, falls diese gewinnt, man seinen Einsatz mal 1,27 zurückerhält. Manch einer wird wohl ausrechnen können, dass eine gewonnene Wette mit einer Europäischen Wettquote von 1,27 eine 127% Auszahlung vom eingesetzten Geld bedeutet.

Was dies jedoch im Zusammenhang mit dem eingesetztem Kapital und Rückfluss bedeutet, da hört wohl bei vielen das finanzielle Verständnis auf. Bauchgefühl hilft leider nicht weiter. Nur wenige Menschen werden mit einem Sinn für Verhältnisrechnung und Wahrscheinlichkeiten geboren, und in der Schule wird Finanzplanung und Zinsberechnung nur am Rande behandelt, wenn überhaupt.

So kommt beim Wetten also eine extreme Unsicherheit hinzu, da man nicht wirklich in der Lage ist, auszurechnen und daher auch nicht einschätzen kann, wie hoch die wirkliche Chance ist, dass man für das Geld, was man beim Buchmacher auf die Theke gelegt hat, nach Spielende etwas ausgezahlt bekommt, oder ob das Geld einfach nur weg sein wird.

An dieser Stelle muss ich darauf drängen, dass der Leser den Gedanken verinnerlicht und akzeptiert, dass eine Wettquote der Marktpreis für eine Wette ist. Dieser hat nichts (!) mit der Chance zu tun, ob die Wette gewinnt oder verliert.

Ein Preisgefühl zu entwickeln ist sehr schwierig, denn im Vergleich zum Milchbeispiel, geht es bei jedem Spiel um ein anderes Produkt. Selbst, wenn man immer nur auf „Mehr als 1,5 Tore“ wettet. Milch ist und bleibt immer Milch, egal wo man diese kauft. Jedoch ein Spiel von Bayern gegen Nürnberg ist nur bedingt vergleichbar mit einem Spiel von Leverkusen gegen Hamburg, oder gar von Manchester United gegen Liverpool.

Es ist daher selbst für diejenigen, die es ernst meinen und Sportwetten bis in die Tiefe verstehen wollen, wirklich enorm schwierig, ein „Preisgefühl“ für Wetten zu entwickeln, um in der Lage zu sein, eine angebotene Wette als „zu teuer“ oder „zu billig“, einzuschätzen. Ums Rechnen mit Prozenten kommt man daher leider nicht drumrum. Dafür ist die Materie zu komplex.

Bevor ich zum Term ‚Value‘ komme, muss ich aber noch weiter ausholen und in Wahrscheinlichkeiten eintauchen… bitte dranbleiben.


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Last Update: 9 Dezember 2016

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