Wie Buchmacher ticken… Warum und weshalb setzen sie ihre Wettquoten, wie sie es tun?


Um mit Wetten erfolgreich zu sein, ist nicht nur ein tiefes Verständnis von Wettquotenkalkulation notwendig. Man muss auch unbedingt verstehen, wie der Markt tickt, also Buchmacher denken.

Denn Buchmacher sind diejenigen, die Quoten setzen und bestimmen, welcher Preis für eine bestimmte Wette angeboten wird.

Karikatur: Gruppe vor einem Whiteboard mit einem sehr seltsamem WortWenn ich nur ein Wort verwenden würde, um Buchmacher Denke zu beschreiben …

Bild: Cartoonresource (Shutterstock)

Es sind nicht Betfair, oder Händler, die Wettquoten festlegen. Es sind Buchmacher. Sie veröffentlichen ihre Quoten Wochen (machmal sogar Monate) bevor Betfair überhaupt einen Markt für Händler aufmacht.

Wer sich mit Quotenkalkulation beschäftigt und Quoten nachrechnet, wird schnell feststellen, dass diese oftmals überhaupt nicht mit den ‘wahren’, d.h. mathematisch-statistisch kalkulierten, Erwartungswerten übereinstimmen.

Nur manchmal (in weitaus weniger als der Hälfte aller Fälle) entsprechen die Wettquoten im Markt genau den statistischen Wahrscheinlichkeiten. Jedoch ziemlich häufig findet man Wettquoten, welche kreuz und quer gesetzt zu sein scheinen, mal erheblich höher als mathematisch erwartet und mal wesentlich geringer.

Warum ist das so?

Man muss verstehen, dass die durch Buchmacher angeboteten Wettquoten nicht dazu gedacht sind, einen Spielausgang (korrekt) vorauszusagen. Man kann sich ja mal den Spaß machen und für eine Liga durchrechnen, wie stark die in Wahrscheinlichkeiten umgerechneten Wettquoten der Buchmacher von der tatsächlichen Verteilung der Ergebnisse abweichen (historische Daten kann man sich via football-data holen).

Das Hauptanliegen von Buchmachern ist Business und Gewinn. Wettquoten müssen sicherstellen, dass ausreichend Aktion auf beiden Seiten einer Wette stattfindet.

Sind Wettquoten nicht hinreichend an die öffentliche Meinung angeglichen, wird eine unverhältnismäßig große Geldmenge auf nur eine Seite eines Spiels gesetzt. Dies würde Buchmacher zum Zocken zwingen. Buchmacher sind jedoch nicht im Geschäft, um zu spekulieren.

Die Rolle von Buchmachern ist, streng genommen, eher die Funktion eines Vermittlers, ähnlich wie ein Börsenmakler. Sie nehmen Geld von verschiedenen Seiten auf verschiedene Ausgänge und nach Spielausgang zahlen sie die Gewinner aus.

Buchmacher nehmen eine “Gebühr” für diesen Service, bekannt als Overround.

Je näher der Start des Spiel, desto mehr beschäftigen sich Sportfreunde mit Nachrichten zum Spiel und entsprechend verschiebt sich die öffentliche Meinung, und damit die Wettquoten.

Nochmals zusammengefasst:

  1. Der Buchmacher setzt Wettquoten auf Grundlage einer Mischung von Wahrscheinlichkeiten und öffentlicher Meinung.
  2. Der Buchmacher spekuliert nicht und Wettquoten haben das vorrangige Ziel, die Bücher auszubalancieren.

In einer idealen Welt würden Buchmacher auf beiden Seiten die gleiche Geldmenge sehen. Jedoch ist die Welt auch für Buchmacher nicht ideal. Buchmacher sind selten in der Lage, ihr Risiko auf beiden Seiten zu nivellieren.

So lässt sich beobachten, dass Buchmacher ihre Quoten im Zeitverlauf anpassen. Ziel dieser Handlung ist, eine akzeptable Geldmenge auf beiden Seiten zu erreichen.

Merke! Da „gleich“ nicht möglich ist, geht es Buchmachern um einen „akzeptablen“ Geldbetrag. Im gewissen Sinne ist Wetten daher auch für Buchmacher ein „Glücksspiel”.

Wie bewältigen Buchmacher dieses Risiko?

Es gibt bei Buchmachern stets Wettangebote, die besonders umworben werden. Dies sind diejenigen Wetten, von denen sich Buchmacher den meisten Profit versprechen (beispielsweise finden sich oftmals Kombiwettangebote wie: Falls Dich das-und-das Team in Deiner Kombi im Stich lässt, gibt’s den Einsatz zurück).

Buchmacher wenden alle denkbaren Marketingtricks an, um den Sportwetter in eine bestimmte Richtung zu lenken, welche für sie (die Buchmacher) am profitabelsten ist, nicht für den Wettfreund.

Ich wiederhole mich, aber die Wahrheit ist, dass Wettangebote der Buchmacher niemals darauf ausgerichtet sind, ein Ergebnis eines Spiels möglichst korrekt vorherzusagen (daher stimmen auch oft die berechneten Wahrscheinlichkeiten und ‘wahren’ Wettquoten nicht mit den Marktwettquoten überein), sondern die öffentliche Meinung derart auszunutzen und Wetten auf ein Team oder Spiel anzubieten, welche für den Buchmacher ein möglichst gut balanciertes Buch gewährleisten.

Dies ist das Geheimnis der Buchmacher. Dies ist der Schlüssel zu Sportwetten Erfolg.

Jede Sportart ist ein wenig anders, aber am Ende ist es immer das Gleiche. Buchmacher verdienen Geld mit Wetten und sie tun es immer auf die gleiche Weise, in jeder Sportart.

  • Die Bücher sind nicht perfekt.
  • Sie haben keine Kristallkugel.
  • Sie haben einen Businessplan!

Stark vereinfacht ausgedrückt, ist das Schema der Buchmacher sehr schlicht:

Berechne die Chancen für die Spiele eines Wochenendes und setze die Wettquoten unter Berücksichtigung der öffentlichen Meinung derart, dass genug Geld eingesammelt wird, um verlorene Wetten auszuzahlen. Behalte den Gewinn.

Lerne von den Buchmachern!

Ein Buchmacher ist nicht in der Lage für jedes Spiel seine Bücher zu balancieren. Es geht immer nur um “akzeptable” Geldbeträge (Gewinne oder Verluste).

Es ist nicht Ziel des Buchmachers, den Ausgang eines Einzelspiels korrekt vorauszusagen. Das heißt, dass Buchmacherquoten oftmals nicht die erwartete Wahrscheinlichkeitsverteilung widerspiegeln.

Buchmacherquoten reflektieren oftmals die öffentliche Meinung zu einem Spiel und haben das vorrangige Ziel, ein möglichst gut balanciertes Buch zu gewährleisten.

Wer erfolgreich mit Sportwetten sein will, muss unbedingt die Denkweise (d.h. Businessplan) von Buchmachern verstehen. Denn die Jungs und Mädels dort verdienen Geld mit Wetten.


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enträtselung der mathematik von buchmachern

Last Update: 11 Januar 2017

Kategorien:Buchmacher Glückspiel Wissen Wettquoten Kalkulation



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