Was ist “Form” bei Fußballspielen?


Ich erhalte immer wieder Anfragen, ob ich “Form” bei meinen Berechnungen und Kalkulationen von Wettquoten und Spielanalysen einfließen lasse.

Ich bitte sehr meine Ignoranz zu entschuldigen, aber ich wage die Theorie aufzustellen, dass “Form” ein Begriff ist, zu welchem jeder Fußballfreund eine andere Meinung hat 😉

Female fortune teller holding a crystal ball to her eye / Wahrsagerin hält eine Kristallkugel am AugeImage: CREATISTA (Shutterstock)

Ich habe das Foto der Wahrsagerin hier bewusst eingefügt, weil dies meine Meinung zum Thema „Form“ ist.

Man nehme die letzten Pressemeldungen und die der letzten Wochen, seine eigene Meinung und die Meinung seiner Freunde und spiele Wahrsager…

Form ist ein philosophischer Grundterminus

Der Begriff der Form spielte in der Antike vor allem als Gegenbegriff zur „Materie“ eine wichtige Rolle in der Philosophie des Hylemorphismus, wo „Form“ und „Materie“ als Prinzipien des Seienden bezeichnet wurden.

Sind Fußballfans tatsächlich der Meinung, dass sie „Form“ interpretieren können, wenn dies bereits den antiken Philosophen Kopfzerbrechen bereitet hat?

Klar, es gab vor 2.000 Jahren noch keinen Fußball. Wenn man jedoch für den Term „Materie“ den Körper eines Fußballers zulässt, dann könnte es durchaus zulässig sein, dass man Training und Fitness als „Form“ interpretieren könnte.

Ich will mich an dieser Stelle jedoch nicht in Philosophy vertiefen, jedoch ist es eine Tatsache, dass „Form“ ein philosophischer Terminus ist, mit einer Menge Interpretationsspielraum. „Form“ lässt sich daher weder in Zahlen ausdrücken, noch irgendwie anders festhalten. Kein Wunder daher, dass jeder Fußballfreund im Zusammenhang mit Form eine andere Meinung hat.

So, liebe Sportfreunde, zur Frage, ob ich “Form” bei meinen Berechnungen und Kalkulationen von Wettquoten und Spielanalysen einfließen lasse…. Ein ganz klares NEIN!

Fussballwitwe’s unphilosophische (rationale) Herangehensweise an Spielvorhersagen

Ich nehme die Ergebnisse der letzten 25 Spiele für eine erste Wettquotenberechnung wie auch die direkten Begegnungen beider Teams der letzten 10 Jahre. Auf Grundlage dieser historischen Zahlen berechne ich die historischen Verteilungen (da spielt “Form” also überhaupt keine Rolle!).

Nachdem ich meine eigenen Wahrscheinlichkeiten und dazu korrespondierenden Wettquoten ermittelt habe, vergleiche ich diese mit den Wettquoten im Markt und picke dann diejenigen Wetten, wo Marktquoten von meinen eigenen Berechnungen abweichen.

In vielen Spielen finden sich 4 oder 5 potentielle Wettkandidaten, manchmal aber auch gar keine (dann entsprechen meine eigenen Wettquoten exakt den Marktwettquoten), und sehr selten finden sich mehr als 5 potentielle Wetten.

Um dann letztendlich eine Auswahl (Picks) zu treffen, kommt eine Art von “Form” ins Spiel:

Ich sehe mir die Spielergebnisse der letzten 6 Spiele genauer an, vor allem gegen welche Teams gespielt wurde (ob schwach oder stark), lese ein paar aktuelle Artikel zum Management, Verletzungen und Gerüchte und dann allerdings spielt nur noch Bauchgefühl eine Rolle – ich picke von den mathematisch ermittelten Wettkandidaten diejenigen, die mir persönlich nach all der Lektüre am wahrscheinlichsten vorkommen.

Ich komme ganz und gar ohne „Form“ aus wie meine Spielbesprechungen in Betfair 2011/2012 gezeigt hatten. Ich hatte öffentlich meine mathematisch statistische Herangehensweise über etliche Monate vorgeführt. Die Auswahl gewann langfristig etwa 25% vom Einsatz, ganz ohne „Form”.

Am Ende geht es immer nur um Wahrscheinlichkeiten, Erwartungen, Hitraten, Value und mathematischen Vorteil!

Es steht stets die Frage: Lohnt es, Wettquoten zu berechnen? Sind Wettquoten immer fair?, denn eine Sache ist klar: Buchmacher passen Wettquoten an Erwartungen der Öffentlichkeit an.

Form oder keine Form – Wettfreunde wetten weiter

Ob nun ein Team „in Form“ ist, oder nicht… Fußballfans reden sich die Köpfe heiß, und wetten trotzdem!

Die letzten beiden Jahre war es einfach unglaublich für mich zu beobachten, wie Manchester Utd nach ihrem Managerwechsel (im Sommer 2013) immer schlechter und schlechter spielte. Es gab sogar mal eine Zeit, da war es nicht klar, ob sie in der Premier League bleiben werden. Mein Mann hielt trotz all dem am Team fest, und jedes Wochenende glaubte er: „Dieses mal wird es besser!“

Man Utd ist wahrscheinlich ein brillantes Beispiel, dass „Form“ nicht nur mit Training und Fitness zu tun hat, sondern dass sich „Form“ im Kopf abspielt – Emotionen der Teammitglieder und Einstellungen. Denn nach dem Weggang von Ferguson und unter neuem Management waren die Spieler ganz sicher nicht weniger fit als zuvor.

Für die neue Saison wurde nun Schweinsteiger dazugekauft. Ob deutsche Effektivität und Verlässlichkeit mit englischer Mentalität vereinbar sind? Dies steht in den Sternen.

Was dem Wettfreund in solchen Situationen hilft, will man wetten, jedoch nicht sein eigenes Geld riskieren… sind Buchmacherbonusse.

Mit nur ein ganz klein wenig Selbstdisziplin kann man sich durchaus dazu bringen, nur mit dem Bonus zu wetten. Es tut einem zumindest nicht auch noch dem eigenen Portemonnaie weh, wenn das eigene Team ein Spiel nach dem anderen verliert. Trotz „Form“!


lerne professionell zu wetten!
enträtselung der mathematik von buchmachern

Last Update: 29 Juli 2015

Kategorien:Lernzentrum Orientierungshilfe Spielbesprechungen Sportwetten Lexikon Statistik & Historische Daten



9 Responses to “Was ist “Form” bei Fußballspielen?”

  1. LennyK
    17 April 2012 at 12:39 pm #

    welches Asiatische Handycap meinst du kake?

    • kake
      17 April 2012 at 12:43 pm #

      derjenige, der an der (ungefaehr) 50/50 Wahrscheinlichkeit angegeben wird.

      • LennyK
        17 April 2012 at 12:54 pm #

        ah ok 🙂

  2. kake
    17 April 2012 at 9:10 am #

    Ein toller Artikel, habe ihn gerade gelesen… :-))

    Weil aufgefordert wurde eine Meinung zum Thema „Form bei Fusballspielen“ zu auessern, wuerde ich folgende Herangehensweise sugerieren um Teams die sich in „form“ befinden herausfindig zu machen, oder die Form irgendwie zu definieren:
    -ein Team dass mehrere Male hintereinander gegen das gelegte asiatische Handicap gewinnt, befindet sich in „Form“. So zum Beispiel, wuerde ich Wigan aus der EPL als das Team mit der hoechsten Form zur Zeit andeuten. Obwohl sie die letzten 7 Spiele auch mal mit 1-nem Tor verloren haben, waren sie immer Sieger vom asiatischem Handicap Standpunkt gesehen (nur einmal gab es ein sogenanntes „draw“).

    Es ist jedoch nicht klar, wo die maximal Form erreicht ist und so zu sagen die Kurve aendert. Aber hatte man dieses System fuer das gestrige Spiel gegen Arsenal in Betracht gezogen, waere das ein gguter Indikator gewesen dass da was vorgeht mit Wigan, denn es ist sehr selten dass ein Team 5-6 Mal hintereinander gegen das Handicap gewinnt.

    Ok, das waer nur so eine Idee von mir, vielleicht koennen wir das ein wenig ausbauen mit genaueren mathematischen Formeln oder Aehnliches…

    • Soccerwidow
      18 April 2012 at 10:14 am #

      Interessante Beobachtung… AHC reflektiert die erwartete Tordifferenz.

      Man müsste nun jede Menge Daten aufnehmen, um dann eine Auswertung machen zu können. Könnte aber eine sehr aufwendige Beschäftigung werden, da man die Daten wahrscheinlich per Hand aufnehmen muss. Außer Oddsportal.com kenne ich nichts, wo man die historischen Quoten finden könnte, aber leider gibt’s von dort die Daten nicht bequem zum Download.

  3. 28 Februar 2012 at 10:27 pm #

    Vielen Dank für die Korrekturen, finde es nur schade, das wenn man etwas in Word schreibt und formatiert, das dieses hier nicht umgesetzt wird.

    Zur Fehlermeldung:
    Ich habe zwweimal versucht „dass kopierte aus Word 2010“ abzuschicken, jedesmal keine eine Fehlermeldung 🙂

    Dann habe ich das ganze in Outlook 2010 als Mail fertig gemacht und wollte die Fehlermeldung als Sreenshot anhängen. Aber der Zwischenspeicher war schon wieder überschrieben. Also habe ich das Ganze nochmal versucht nachzu stellen, habe jeden Schritt genauso gemacht wie beim ersten Mal und schwups hatte es funktioniert.

    Aber die Fehlermeldung habe ich nicht mehr bekommen und daher konnte ich auch keine Formatierungen mehr ändern.

    Und sorry für die Fehler, wenn ich nochmal so eine Meldung bekomme melde ich mich, muss aber etwas mit Word zu tun haben, weil der Editor von Dir den nicht mag.

    Das hier habe ich jetzt auch nur hier geschrieben.

    Deine Bilanz sieht gut aus im neuen Artikel, meine nicht so, habe schon wieder Spiele getippt die Über ausgehen müssten, von 5 Stück sind 3 nur gekommen und da auch noch Über 3,5 und der Heimsieg von Elgin ist mal eben den Bach runter gegangen.

    Schöne Woche und sorry hat jetzt nix mit dem Artikel hier zu tun. 😉

  4. Soccerwidow
    27 Februar 2012 at 8:34 am #

    Hallo EuroCafe,

    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort 🙂

    Ich habe Deinen Text durchformatiert, wie beispielsweise Paragraphen eingefügt und Rechtschreibfehler beseitigt, damit er besser lesbar wird.

    Tipp: Unterm Usernamen findet sich “Modify Comment” – mit dieser Funktion kannst Du, nachdem der Kommentar abgeschickt und veröffentlicht wurde, diesen nochmal ändern.

    Was für eine Fehlermeldung hattest Du denn erhalten, bevor es dann geklappt hatte?

  5. 26 Februar 2012 at 8:38 pm #

    Prima hat jetzt geklappt und jetzt habe ich die Formatierungen beim Abschicken vergessen, dachte ich bekommen wieder die Meldung und könnte die dann per Mail mitschicken.

    So eine schöne gute Nacht, muss halt so gehen auch wenn man das nicht gerade sauber lesen kann 🙁

  6. 26 Februar 2012 at 8:36 pm #

    Letzter Testversuch ich bekomme als die Gleiche Fehlermeldung wenn ich das hier abschicke 🙁

    Wie soll man so was Beschreiben : was bedeutet das Wort „Form“ beim Fussball ?

    Fangen wir mal klein an, zuerst kommt der Mensch, dieser kann sich selber einschätzen, würde man meinen und somit steht die Aussage -> Ich bin Fit oder nicht im Raum.
    Ursachen gibt es so viele, die kann man hier nicht alle aufzählen, ich vergleiche das immer mit einer Uhr, nur wenn alle Rädchen greifen läuft die Uhr und wehe ein Sandkorn kommt ins Getriebe.

    Nun haben wir aber nicht eine Person auf dem Platz, sondern in einer Mannschaft gibt es 11 Spieler und Ersatzleute. Wie auch im normalen Leben, kann der eine mit dem anderen oder halt nicht. Der Trainer muss entscheiden wer gegen welchen Gegner spielt, denn das System kommt als Faktor auch noch dazu.

    Die Buchmacher leiten einfach anhand von Siegen, Unentschieden oder Niederlagen
    eine Formkurve ab. Hier werden die Siege aber nicht Bewertet, sondern einfach nur als SNSNSN dargestellt oder mit anderen Zeichen. Die Form darf eigentlich nur als Tendenz genommen werden, wer rein nach Form tippt, macht am Ende Verluste, wie auch dieses WE es mal wieder gezeigt hat.

    O.k. ich leite meine Tipps nach der Form ab und hinzu kommt die Wahrscheinlichkeit ob es ein Über- oder Unter 2,5 Tore spiel wird oder eher ein HC die bessere Wahl wäre. Die Gefahr ist wohl auch, das man als Tipper zu wenig Informationen über den Zustand der Spieler bekommt oder das die meisten noch nicht mal die Mannschaften haben spielen sehn. Wenn jetzt noch Doppelbelastungen, Konkurrenzkampf und das Wohlbefinden der Spieler dazu kommt bekommen wir als Tipper Probleme so etwas richtig einzuschätzen.
    Wollen wir uns die Bayern anschauen oder lieber Dortmund oder noch besser Freiburg ?

    Aber egal bei jeder Mannschaft könnte man von 1-10 eine Bewertung abgeben und liegt man dann trotzdem richtig im nächsten Spiel? Die Form von Dortmund zeigt trotz einiger Ausfälle nach oben und die Ersatzspieler kompensieren hier die Ausfälle, nur gewinnt Dortmund nicht immer mit HC oder haut den Gegner einfach mal mit 3-5 Toren weg.

    Unterscheiden muss man auch Heimform und Auswärtsform, denn es gibt Mannschaften wie zum Beispiel Den Bosch aus den Niederlanden die zur Zeit auswärts besser sind als zuhause, dafür ist Dortrecht zuhause besser als Auswärts. Aber alle Faktoren jetzt zu beleuchten, sprengen hier den Rahmen. Nur so viel möchte ich noch loswerden zu den Falktoren, das ich mal einige aufzähle.

    Tagesrhythmus = wann spielt man meistens ( Abends oder Mittags)
    Wetterverhältnisse = ist es kalt oder warm
    Typ Mensch = kommt man aus Russland oder Brasilien
    Reisestress = Buss oder Flugzeug
    Krankheit = nach einem Infekt fehlt dem Körper etwas
    Verletzung = leichte -> kein Problem -> schwere Kopfsache oder so

    Und noch viele Dinge mehr wie Stadion, Fangemeinde oder Krise , alles hat meistens eine Ursache warum man hinterher nicht gewonnen hat. In England ist mir aufgefallen, das dort sehr viele Tore in der Schlussphase noch fallen, egal ob es der Ausgleich ist oder der Siegtreffer und zum Schluss sollte man überhaupt mal überlegen ob es Sinn macht auf solche Formfavoriten zu tippen. Denn eine 1,15 bis 1,50 als Quote ist nicht gerade das Gelbe vom Ei und manchmal fliegen einem genau diese Spiele um die Ohren, so wie mir Vitoria Plzen 30 Minuten in Überzahl und man schafft es nicht als 4ter gegen Dukla Prag zu gewinnen und das trotz Halbzeitführung.

    Fazit, man kann alles berechnen und doch liegt man am Ende falsch, denn man kann selber die Spiele nicht beeinflussen und meistens ist der Mensch der Fehler , der beim Tippen einfach mehr gesehen und berechnet hat als tatsächlich vorliegt.

    So das war es mal wieder von mir, mache jetzt wieder Pause und hoffe Du bekommst Deine Antworten von den Usern.

    Liebe Grüße vom EuroCafe

Leave a Reply / Comment




E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.