Beurteilung des Risikos eines Fußballwetten-Portfolios


Risiken beim Wetten zu kontrollieren ist eine echte Herausforderung.

Heute beschäftigen wir uns daher damit, wie das Risiko bei Fußballwetten reduziert und kontrolliert werden kann, denn Risikomanagement ist ein essenzieller Teil jeder Strategie, nicht nur beim Wetten.

Die Beispiele in diesem Artikel ist eine Auswahl an Systemwetten der 2017-18-Saison, die mithilfe der HDAFU-Tabellen ausgewählt wurden.

Bemerkung… Auf der englischsprachige Schwesterseite von Fußballwitwe habe ich eine gute Anzahl an Artikeln zum 1×2 Systemwetten veröffentlicht. Sollte dein Englisch gut sein, folge einfach dem Link und ich verspreche, dass die Artikel alle sehr augenöffnend sind und wahrscheinlich dein Denken übers Wetten fundamental verändern werden. Gegebenenfalls ‚jage‘ die Artikel einfach durch Google.Translate. Die Sätze sind kurz und sollten sich daher ohne viele Fehler mit Hilfe von Google automatisch übersetzen lassen.

Die Artikel wurden mit dem Ziel geschrieben, System-Wettfreunden ein funktionierendes Tool zur Verfügung zu stellen und ihnen mit handfestem Rat zu helfen, mit Wetten langfristig Geld zu verdienen.

Mein Mann und auch zahlreiche Soccerwidow Leser haben 6 Jahre auf mir eingehackt, dass ich mein Wissen zum Buchmachermarkt und Wettquotenkalkulation auf 1×2 Systemwetten übertrage und auch mit der Öffentlichkeit teile. Dass man damit wirklich Geld verdienen kann und das alles nicht nur in Theorie funktioniert, kannst du in den hunderten Kommentaren der Artikel nachlesen und dich selbst überzeugen.

Dies hier ist ein übersetzter Artikel für diejenigen, die Englisch nicht ganz so gut beherrschen.


Wer meine Webseite gut kennt, weiß, dass mein Thema eigentlich Wettquotenkalkulation und Beurteilung vom „Wert“ einer einzelnen Wette (= Value-Wette) ist. Dieser Artikel ist eine Ausnahme; ich bespreche hier Risikobewertung von Systemwetten (= einer vorbestimmte Auswahl von Wetten, mit denen über eine längere Zeit nach den gleichen Kriterien gewettet wird).

Systemwetten heißt, dass nicht das Risiko einer einzelnen Wette beurteilt wird (das wäre eine sogenannte Value Bet, eine einzelne Wette nach konkretem Wert).

Systemwetten basieren darauf, einen „Vorteil“ zu identifizieren, welcher wahrscheinlich über längere Zeit bestehen bleibt, und damit dann eine vollständige Kampagne durchzustehen. Natürlich ist auch hier ein „Wert“ involviert (ein mathematischer Vorteil), sonst würde das Wettsystem nicht funktionieren.

Viel Spaß beim Lesen & Lernen! 🙂

Was genau ist ein Portfolio?

Ein Portfolio ist ein Paket von Wetten, welches aufgrund einer ausführlichen Analyse zusammengestellt wurde. Die konkret ausgewählten Wetten werden auch „Picks“ oder „Kampagne“ genannt. Ein Portfolio muss dabei diversifiziert werden, um die Risiken von Verlusten zu minimieren.

Dabei ist der Begriff „Portfolio“ nicht zu verwechseln mit der „besten Zeit, eine Wette zu platzieren“. Ein Portfolio wird lang im Voraus eines Wochenendes (oder einer Runde oder Saison) geplant und bestimmt die Auswahl der Wetten, die dann später platziert werden.

Ein Wett-Portfolio besteht also aus unterschiedlichen Gruppen individueller Wetten, nicht nur einzelnen Wetten für ein Spiel oder einen Tag.

Um den Erfolg eines Wettportfolios zu beurteilen, müssen alle Systeme darin zusammen beurteilt werden – nicht nur einzelne Gruppenmitglieder (Wetten eines Wochenendes, einer Liga oder innerhalb eines Systems).

Was ist Diversifizierung?

Diversifizierung ist eine Technik, um die Risiken der Wetten durch die Verteilung auf unterschiedliche Ligen, Wetttypen und in anderen Kategorien wie Zeiten oder Saisons zu reduzieren.

Die Idee dahinter ist, dass ein Portfolio aus unterschiedlichen Arten von Wetten im Durchschnitt weniger Risiken bedeutet als irgendein einzelnes Wettsystem oder gar einzelne Wetten im Portfolio.

Durch Diversifizierung sollen unsystematische oder anomale Risiken für Ereignisse (Ergebnisse von Ligen/Spielen) ausgeglichen werden, sodass das positive Ergebnis einiger Wetten (Gewinne) das negative in anderen (Verluste) ausgleicht.

Die Fragen, die sich sofort damit stellen, sind: Wie groß sollte mein Portfolio sein? Wie stark sollte ich diversifizieren?

Ich werde diese beiden Fragen gegen Ende des Artikels beantworten, aber zunächst werfen wir einen Blick auf unser Portfolio der 2017-18-Winter-Saison. Ich werde Schritt für Schritt erklären, wie die einzelnen Entscheidungen getroffen wurden und was ich mir dabei gedacht habe. Das wird schon einige Fragen beantworten.

Unser Portfolio der 2017-18-Saison

Der Kürze wegen werde ich mich hier nur auf die alphabetisch sortiert ersten zehn europäischen Ligen konzentrieren, die wir verwendet haben: Österreich (AU), Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Deutschland (GER), Griechenland, Italien, die Niederlande und Polen.

Die Gesamtergebnisse wären für zehn beliebige Ligen immer in etwa gleich gewesen.

Für Wetten ist nicht wichtig, welche Ligen im Portfolio sind, solange sie leicht über Buchmacher verfügbar sind. Ein gut-balanciertes Portfolio bringt für gewöhnlich die erwarteten Ergebnisse.

Hier ist unser Portfolio für 2017-18:

Bild 1: Wettportfolio der 2017-18 Winter-Liga-Saison

Auf einen Blick ist erkennbar, dass es sich um ein konservatives Portfolio mit recht vielen Systemen niedrigen oder mittleren Risikos handelt.

Eine Anmerkung: Es geht in diesem Artikel nicht darum, wie die einzelnen Systeme innerhalb eines Portfolios ausgewählt wurden. Für die 53 Wetten in der EPL findet sich im Artikel Finding a System Using the HO/AO Quotient (Ein System mit dem HO/AO Quotienten finden) eine detaillierte Erklärung.

Der Leser muss darauf vertrauen, dass für die übrigen neun Ligen die Systeme analog zu diesem einen Beispiel ausgewählt wurden.


Wahrscheinlichkeit / Erwartete Trefferquote / Risiko

Die Begriffe Wahrscheinlichkeit, Erwartung und Trefferquote sind alle eng miteinander verwandt und drücken mehr oder weniger das Gleiche aus: Der Hauptunterschied besteht darin, dass man vor dem Beginn eines Spiels (oder dem Beginn eines Systems von Betten oder Portfolios) von „Wahrscheinlichkeiten“, „Erwartungswerten“ und „Vorhersagen“ spricht und später, bei bekannten Ergebnissen, dann über „Trefferquoten“.

Die beobachtete Verteilung in der Vergangenheit (dargestellt in den HDAFU-Tabellen) wird zur Wahrscheinlichkeit für die Zukunft (= die erwartete Trefferquote).

In Bezug auf Bild 1 oben war die erwartete Trefferquote für die griechische Super League 80 %. Das bedeutete, dass erwartet wurde, dass von 10 platzierten Wetten im Durchschnitt 8 wahrscheinlich gewinnen.

Die längste „Pechsträhne“ (Folge von Verlusten), die bei 50 platzierten Wetten erwartet wurde, sollte 2 Spiele anhalten (siehe dazu den Artikel: Die Rolle von Pech- und Glückssträhnen). Diese Kampagne/System wurde daher im Portfolio als „niedriges Risiko“ bewertet.

Andererseits lag die erwartete Trefferquote für Deutschland bei nur 31,58 % – es wurde erwartet, dass von jeweils 10 platzierten Wetten 7 verlieren werden. Die längste erwartete Pechsträhne bei einer Platzierung von 57 Wetten hatte somit eine Länge von 11. Das ist ein Beispiel für niedrige Wahrscheinlichkeiten und die Klassifizierung als ein „Hochrisiko“-System.

Beobachtete Pechsträhnen vs. Maximale erwartete Länge der Pechsträhnen

Die „längste erwartete Pechsträhne“ ist nicht unbedingt die „längste beobachtete Pechsträhne“.

So war beispielsweise die längste beobachtete Pechsträhne bei der EPL 2012-17:
Sechs Verluste hintereinander und tauchte drei Mal während der vorangegangenen 5 Saisons auf:

Bild 2: EPL HO/AO Gruppe 0,603 bis 1,396 – Unentschieden in der ersten Hälfte

Nichtsdestotrotz gilt für die Bewertung des zukünftigen Risikos immer das Worst-Case-Szenario. Auch wenn es lange nicht eingetreten ist: Eines Tages wird es passieren, garantiert!

Es ist immer sicherer, sich aufs Schlimmste vorzubereiten, statt einfach auf sein Glück zu vertrauen.

Am Ende dieses Artikels (Bild 7) sind die Ergebnisse angefügt:

2 von 10 Systemen (Österreich, EPL) haben die längsten erwarteten Pechsträhnen erreicht und ein System ist sogar über die Vorhersagen hinausgegangen (Dänemark).


Berechnen der maximalen erwarteten Länge der Pechsträhnen

Hier ist ein Ausschnitt aus der EPL-2012-17-HDAFU-Tabelle, in der die HO/AO-Quotienten Clustergruppe (0,603 bis 1,396) zur Absicherung der Wette dargestellt ist. Die erwartete Gesamtzahl von Wetten und erwarteten Treffern für die kommende Saison sind rot eingekreist:

Bild 3: EPL 2012-17-HO/AO-Gruppe 0,603 bis 1,396 – Unentschieden in der ersten Hälfte

Um die Länge der längsten zu erwartenden Pechsträhne zu berechnen, verwenden wir die Formel:

Formul längste zu erwartenden Pechsträhne

n = Zahl der Versuche (also Zahl der erwarteten Wetten)
ln= natürlicher Logarithmus
P = Wahrscheinlichkeit / erwartete Trefferquote (für Pechsträhnen: erwartete Verlustquote)
| .. | = absolute Werte bzw. ‘Modulus’

Hier ist die Formel eingesetzt für das EPL-Beispiel:

Die Gewinnwahrscheinlichkeit von 39,62 % bedeutet dann natürlich, dass die Wahrscheinlichkeit zu verlieren, ihr Inverses ist:

100 % Minus 39,62 % = 60,38 %

Um die längste erwartete Pechsträhne zu berechnen, bietet Excel die folgende Formel:

=ABS(LN(53)/LN(60,38 %))

Zu dieser Formel, ihrer Verwendung und Interpretation gibt’s hier einen Artikel zum Lesen: Länge von Pechsträhnen & Verlustreihen


Das Ergebnis unserer Berechnungen bedeutet, dass wir für die 2017-18-EPL-Saison bei einer Wette auf „Unentschieden in der ersten Hälfte“ mit einem HO/AO-Quotienten zwischen 0,603 und 1,396 eine längste erwartete Pechsträhne von acht Verlusten in Folge erhalten.

Außerdem können wir die Daten von 2012-17 absteigend innerhalb dieser HO/AO-Quotienten-Gruppe in Runden sortieren, sodass wir erkennen, dass es nicht mehr als vier mögliche Wetten in jeder Spielrunde gab – manchmal gab es nur eine, und manchmal keine.

Eine Pechsträhne von 8 Wetten umfasst also unter Umständen eine Zeit von fünf bis sechs Wochen beziehungsweise 1,5 Monaten. Das System war also sicher nichts für schwache Nerven.

Um sich dagegen abzusichern, aus Nervosität Panik werden zu lassen, darf ein Portfolio nicht zu viele Systeme mit niedrigen Wahrscheinlichkeiten enthalten. Obwohl es nicht wahrscheinlich ist, kann es sein, dass sie alle zur gleichen Zeit Pechsträhnen erleben (2017-18 ist da das beste Beispiel, weil die Saison durch die Bank schlecht anfing).

Daumenregel für Risikobewertung

Hohe Gewinne bedeuten IMMER auch hohe Risiken.

Hohe Yield-Erwartung (über 30 %) = Hohes Risiko (normalerweise)

… außer eben nicht!

Ich habe im Beispiel auch die Eredivisie der Niederlande erwähnt (mit Wette auf den Favoriten in der zweiten Hälfte), weil in dieser Analyse die Wahrscheinlichkeit für den Gewinn 75 % war. Der erwartete Yield von 32,23 % war dabei aber außergewöhnlich hoch für diese Wahrscheinlichkeitsgruppe und es wurden nur 15 Wetten erwartet.

Normalerweise treten hohe Gewinnwahrscheinlichkeiten und hohe Gewinne nicht gemeinsam auf. Deswegen handelt es sich vielleicht nur um eine Anomalie in den Beobachtungen, weil es im Schnitt so wenig Spiele in dieser Gruppe gibt.

Nichtsdestotrotz wurde diese Auswahl insgesamt mit „mittlerem“ Risiko bewertet, weil nur 15 Wetten erwartet wurden (von über 500 im Portfolio) und es eine hohe erwartete Trefferquote gab – obwohl der hohe Gewinn dieses System normalerweise als „hoch riskant“ eingestuft hätte.

Moral 1:

Es gibt keine Regel ohne Ausnahme.

Nächste Regel:

Niedrige Wahrscheinlichkeiten (erwartete Trefferquote unter 35 %) = Hohes Risiko

Bei der Bundesliga lag die erwartete Trefferquote bei 31,85 % (hohes Risiko), während der erwartete Yield bei 29,38 % lag (mittleres Risiko).

Die Kombination aus niedriger erwarteter Trefferquote und hohem Yield würde hier das System mit „hohem Risiko“ bewerten, aber weil der erwartete Gewinn leicht unter 30 % lag, wurde das Risiko als „mittel“ eingestuft. Außerdem spielt die Bundesliga einfach immer herrlich „statistisch korrekt“; die deutschen Jungs lassen einen niemals im Stich.

Berechnung der Gesamtwahrscheinlichkeit / erwarteten Trefferquote / Risiko des Gesamtportfolios

Die Zusammenstellung und Entscheidung über ein Portfolio basiert auf dem Balance-Akt zwischen einer möglichst hohen Trefferquote und einer akzeptablen Auszahlung.

  • Die erwartete Trefferquote des Portfolios sollte bei etwa 50 % liegen (je höher, desto beruhigter lässt sich natürlich wetten)
  • Als akzeptable Auszahlung (Yield) zählt alles um etwa 20 %


Um die Gesamt-Trefferwahrscheinlichkeit des Portfolios zu bestimmen, wird das System wie in Bild 1 (Portfolio-Wetten für die 2017-18-Winter-Saison) zusammengestellt:

  1. Als erstes wird die Zahl der erwarteten Wetten mit der erwarteten Trefferquote für jedes System multipliziert. Beispielsweise:

    Österreich: 72 mal 31,94 % = 22,9968
    Belgien: 30 mal 86,67 % = 26,001
    Dänemark: 36 mal 41,67% = 15,0012
    … und so weiter

  2. Jetzt werden alle Werte addiert:

    22,9968 plus 26,001 plus 15,0012 plus etc. etc. … = 243,2526

  3. Zuletzt wird das Ergebnis durch die Gesamtzahl der erwarteten Wetten geteilt:

    243,2526 durch 505 = 0,4816883 – also etwa 48,17 %

Der erwartete Gesamtgewinn wird analog berechnet.

Für das Portfolio-Beispiel in diesem Artikel ergaben sich 505 erwartete Wetten innerhalb der Saison mit einer erwarteten Trefferquote von 48,17 % und einem erwarteten Gewinn von 22,22 %.

Insgesamt handelte es sich also um ein Portfolio mit „mittlerem Risiko“.

„Mittleres Risiko“ bedeutet hier, dass der Weg schon mal steinig sein kann: Es gibt immer wieder enorme Hochs und Tiefs auf dem Wettkonto. Aber ein ausbalancierter Wettplan bedeutet auch, dass es nicht zum Bankrott kommt, bevor jedes Tief wieder durch ein Hoch aufgehoben wird.

Drei Szenarien die das gleiche Portfolio mittleren Risikos mit 500 Wetten

Trotz einer „hohen“ Trefferquote von 48,17 % (die gar nicht so „hoch“ ist, wie man vielleicht denkt), kann es eine Wettserie wie diese geben, wenn der Beginn fehlschlägt:

Bild 4: Profit-/Verlust-Szenario I für eine erwartete Trefferquote von 48,17 % und 22,22% Gewinn

Es kann aber auch einen guten Start und eine sehr glatte Kurve verteilt über die Saison geben.

Achtung! Diese Screen-Shots beziehen sich alle auf das gleiche Portfolio an Wetten. Es hat sich nichts geändert: 48,17 % Wahrscheinlichkeit zu gewinnen und ein 22,22 % Yield.

Bild 5: Profit-/Verlust-Szenario II für eine erwartete Trefferquote von 48,17 % und 22,22% Gewinn

In Szenario 3 gibt es einen extrem guten Start (bis etwa zu Wette #30) und dann gegen Ende der Saison einen eher schwierigen Verlauf:

Bild 6: Profit-/Verlust-Szenario III für eine erwartete Trefferquote von 48,17 % und 22,22% Gewinn

Diese Profit-/Verlust-Kurven machen schon Eindruck.

Im ersten (unglücklichen) Szenario liegt die Trefferquote sogar bei 50 % und damit viel höher als im zweiten und dritten. Trotzdem verlaufen die anderen beiden viel ruhiger und schonen die Nerven – und die beiden Endresultate sind finanziell gesehen sogar wesentlich besser.

Es geht mir hier um den Fakt, dass Wetten ein Glücksspiel ist und selbst, wenn das Portfolio auf gut berechneten Wahrscheinlichkeiten basiert, sind und bleiben Wetten ein Glücksspiel!

Moral 2:

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Man kann sich beim Wetten, selbst beim besten Portfolio, auf keine komfortable Fahrt verlassen!

Um jedoch auch holprige Fahrten zu überstehen, gibt es beim Wetten zwei sehr einfache Regeln, um eine Saison mit einem Gewinn abzuschließen:

  • Wenn das Portfolio gut aufgebaut ist, sollte man nie zu früh aufgeben.
  • Auch wenn es anfangs wirklich gut läuft, sollte man sich davon auf keinen Fall zu einer ungeplanten Erhöhung seiner Einsätze verleiten lassen.


Wetten ist wie Würfeln: Manchmal muss man für Ewigkeiten auf die Sechsen warten, manchmal tauchen sie alle in den ersten Würfen auf.

Die Ergebnisse dieses Portfolios

Am Ende der Saison hat das Portfolio das erwartete Resultat ergeben (die Trefferquote war etwa wie erwartet), obwohl es innerhalb der Ligen extreme Schwankungen in der Saison gab:

Bild 7: Ergebnisse des Portfolios der 2017-18-Winterligen

Alle drei „Hochrisiko“-Systeme ergaben wie erwartet sehr lange Verluststrecken: Österreich, die englische EPL und Polen.

Für Dänemark ergab sich eine längere Folge von Verlusten als erwartet. Sie begann am 26.8.17 und lief fort bis zum 29.10.17 – mehr als 9 Spielrunden! Trotzdem hat sich das System erholt, wenn auch zu einem weit niedrigeren Gewinn als erwartet.

In einem anderen Artikel werde ich näher auf das Gesamtergebnis eines Portfolios eingehen, in dem dann auch die gesamte Tabelle zur Überwachung mit allen Wett- und Ante-Post-Wahrscheinlichkeitsbewegungen verfügbar sein werden.

Wie groß sollte mein Portfolio sein? Wie stark sollte ich diversifizieren?

Wetten ist im Allgemeinen ein unzuverlässiges Unternehmen und um die Risiken zu “kontrollieren” (also Pechsträhnen zu reduzieren) sind einige Wetten mit hohen Wahrscheinlichkeiten nötig.

Eine der großen Herausforderungen bei Fußballwetten ist allerdings, dass insbesondere die niedrigeren Wahrscheinlichkeiten (bis zu 2,5) oft reduziert werden, weil der Markt Buchmacher dazu zwingt, die Preise für Favoriten zu reduzieren und die Preise für entgegengesetzte Wetten (auf Underdogs und manchmal auch Unentschieden) zu erhöhen.

Daher finden sich in den HDAFU-Tabellen zwar viele Unentschieden- und Underdog-Strategien, aber leider werden diese beiden Wettarten meist mit sehr geringen Gewinn-Wahrscheinlichkeiten angeboten (= niedriger erwarteter Trefferquote / hohe Verlusterwartung).

Wenn ein Portfolio zu viele Wetten mit niedriger Wahrscheinlichkeit enthält und dazu einige Wochen in Folge kommen, in denen die Favoriten immer wieder gewinnen, kann das die Wett-Börse erheblich strapazieren.

Wie im Beispiel demonstriert muss ein balanciertes Portfolio für 500 Betten aus ungefähr 10 Ligen zusammengestellt werden. Wenn eine der Ligen dann von der Statistik abweicht (wie hier Dänemark), kann eine andere Liga das auffangen (hier Deutschland).

Natürlich gilt: Je größer das Portfolio, desto besser.

Je mehr niedrige Risiken desto besser.
Wo immer möglich sollten hohe Risiken minimiert werden.

Bild 8: Beziehung zwischen der erwarteten Trefferquote eines Systems und dem Gewinn

Es ist wichtig, dass nicht zu viele Systeme mit nur zehn bis fünfzehn Wetten im Portfolio auftauchen, weil sie viel unberechenbarer sind als solche mit 50 oder mehr Wetten.

Allerdings ist es nicht immer einfach, sich an diese Regel zu halten. Hier im Beispielportfolio gab es auch nur 5 Systeme mit 50 oder mehr Wetten.

Jedoch die Daumenregel lautet: 50 ist die magische Zahl!

  • Mindestens 50 % Strategien mit „mittlerem Risiko“
  • Mindestens 50 % Systeme mit mindestens 50 Wetten
  • (für die gesamte Saison bzw. das Jahr)
  • Insgesamt eine erwartete Trefferquote von etwa 50 %
  • Mindestens 500 Wetten im Portfolio = also ein Mittel von 50 Wetten in zehn Systemen


Immer wenn mehr als 50 möglich sind – die magische Grenze – sollte das Portfolio noch größere Aussichten auf Erfolg haben.

Viel Glück beim Wetten!

Ich hoffe, dass dieser Artikel die Fragen zur Beurteilung von Risiken eines Systems durch die HDAFU-Tabellen beantwortet hat und es leichter wird, ein gut ausbalanciertes Portfolio zu erstellen. Wenn es aber noch weitere Fragen gibt, sind wir immer für Fragen über die Kommentar-Funktion offen.


Last Update: 27 August 2018

Kategorien:1x2 Wetten Lernzentrum Wetten mit System Wettratgeber



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